Correlation

Correlation

Malerei von Guido Zimmermann

Freitag, 07 Oktober
19.00 Uhr

Diese Bilder kennt jeder. Sie werden zwar nicht in den Acht-Uhr-Nachrichten ausgestrahlt, sorgen dafür aber auf Online-Seiten für Unterhaltung und Fassungslosigkeit. Man sieht Politiker, die sich in den Armen liegen – nicht aus Freude, sondern weil die Debatte im Parlament eskaliert und die Fäuste fliegen.


Guido Zimmermann bannt diese unübersichtlichen Situationen in Bilder voller Energie und Dynamik. Man spürt die blinde Wut mit der die Berufspolitiker übereinander herfallen. Der Künstler stellt kleine Ausschnitte von umfangreichen Szenen dar und wählt dafür in die Breite gehende, große Formate. Die Heftigkeit dieser Exzesse
äußert sich in den verdrehten Torsi der Dargestellten und wird durch Zimmermanns eigene Bildsprache, die durch den flirrenden Umgang mit Pinsel und Sprühdose erzeugt wird, unterstrichen. Durch die Aussparung von Details wird die dramatische Wirkung der Bilder noch verstärkt.


Auf einigen Bildern leuchten die Gesichter feuerrot. Sie lassen das Blut erahnen, das bei der hitzigen Auseinandersetzung fließen könnte. Dem Künstler ist dabei weniger an einer möglichst wirklichkeits­getreuen Wiedergabe gelegen. Vielmehr spiegeln die Gesichtsfarben die kampflustige Stimmung wider in der sich die Dargestellten befinden.
Zimmermanns Arbeiten sind stark von Schraffierungen geprägt. Er imitiert hier mit dem Pinsel die Bewegungen der Kämpfenden. Diese vibrierende ­Linienführung verweist auf seine langjährige Erfahrung in der Graffiti­szene, in der diese Schraffierungen als „Schraffo“ bezeichnet werden. Diese kommen im „Fill-In“ der schnell gesprühten Buch­staben zum Einsatz.


„Korrelation“ ist nicht ausschließlich politisch zu verstehen. Dem Künstler geht es ebenfalls um die Wechselbeziehung zwischen Form und Farbe, ­Figuren, die aufeinandertreffen und Mensch und Tier.
Zimmermanns Serie beschränkt sich nicht auf die Leinwand. Sie wird ergänzt durch bemalte Holz­skulpturen und interaktive Malerei in Räumen.Für den Künstler besteht der Reiz darin, Malerei an Orten umzusetzen, an denen man sie nicht erwarten würde.

 

Text: Daniel Schierke, editiert: Christine Pauls
Abbildungen: Maxi Kretzschmar (www.saugkultur.org)

Vernissage

Freitag, 7. Oktober 2016
Beginn: 19.00 Uhr

Exhibition

7. - 23. Oktober 2016

Share

Facebook

impressions

Zurück